
Also, auf Wunsch einiger Bullifahrer, die nach dem Gespräch mit mir oder meinen Kollegen über das Tieferlegen von T1 Bussen, bzw. der Möglichkeiten an Bremsvarianten, total den Überblick verloren haben, versuche ich nun diese Sache zu Papier zu bringen.
Bitte versteht mich nicht falsch, dies ist keine Anleitung für irgendwelche wilden Schrauberaktionen, sondern nur der Versuch die Möglichkeiten, wie sie uns bekannt und von uns erprobt sind, wieder zu geben.Für viele ist dieses Thema einfach zu komplex, um sie aus den Gesprächen wie sie uns auf Treffen geführt werden zu verstehen.Und eines könnt ihr mir glauben, manche Sachen kapier ich selber nicht!! Des weiteren möchte ich hier nichts und niemanden schlecht machen. Es muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden, welches seine bevorzugte Methode ist seinen Bus illegal zu machen. Die meisten Umbauten können jedoch per Einzelabnahme eingetragen werden. TÜV Prüfer sind auch nur Menschen und Vorschriften sind Auslegungssache.
Eines noch vorweg: jeder sollte sich zuerst Gedanken machen was für eine Tieferlegung erwünscht, welche Felgen man fahren will, welche Bremsen und vor alle dem, was darf das ganze Kosten!! Ein anständiges Fahrwerk das auch vor den Augen jener Blaukittel bei den Überwachungsorganisationen Bestand haben soll, ist nicht billig!!!!!!!!!



VW T1 Tieferlegungs-und Bremsenkunde
von Arne Steffen (busdoc) und Michael Richter (oldbus)







Zuerst die Möglichkeiten der Tieferlegung und der Umbau der Hinterachse
Flex-Methode
Die einfachste Möglichkeit einen Bus vor Bj.67 in die Knie zu zwingen ist auch die Günstiste. An der Hinterachse werden einfach die Drehstäbe verdreht und schon ist das Problem gelöst. "Das ist ja einfach!" würde unser Boris B. jetzt sagen . " Aber Vorsicht, it's cool man" naja , cool passt nicht so, eher Müll. Denn wenn man es so einfach macht passiert folgendes: die Vorgelege, welche sich an den äußeren Enden der Achsrohre befinden, werden nicht mehr ausreichend mit Öl aus dem Schaltgetriebe versorgt. Dieses geschieht auf Grund der nun außen höher stehenden Vorgelege. Bei geringer Tieferlegung kann das durchaus noch eine ganze Zeit lang gut gehen, nur verlassen würde ich mich darauf nicht .
Dir Vorderachse ist schon etwas anderes. Mann baue die Federpakete aus und schneide die mittlere Haltenuss, mit der Flex aus dem Achsrohr, verdrehe diese um die gewünschte Gradzahl und schweiße diese wieder fachgerecht ein. Dann alles wieder schön zusammen bauen und ab zum TÜV.
NACHTEIL 1: einmal in dieser Position eingebaut, lässt sich die Höhe nicht mehr ohne den oben beschriebenen Aufwand verändern.
NACHTEIL 2: erklärt das mal dem TÜV Prüfer eures Vertrauens. Also, alles in allem nicht die perfekte Methode

"Gerade Hinterachse" (Michael)
Hierbei tauscht man das Busgetriebe samt Achswellen mittels eines Umbausatzes gegen ein Typ1 Pendelachsgetriebe aus. Dieser Umbausatz sieht wie folgt aus. Für das Käfergetriebe werden andere Achsrohre geliefert, an denen der Befestigunsflansche für die Achsschwerter weiter außen sitzen. Sonst sind diese gleich mit denen des Käfers. Des weiteren sind in diesem Kit noch geänderte Achsschwerter enthalten, welche an der oberen Seite ausgeschnitten sind, um ein tieferes Einfedern zu ermöglichen. Was man noch braucht (aber nirgendwo steht) sind Radlagergehäuse vom Ovali, sprich die Deckel die das Bremsankerblech und das Lager halten.
Des weiteren benötigt man noch die Getriebehalsglocke vom originalen Busgetriebe, durch welche die Schaltstange ins Getriebe geführt wird und an dem das vordere Gummilager befestigt wird. Die Käfer Glocke passt leider nicht, da die Schaltstange höher angeordnet ist.
Für die Bremse braucht noch die gesamten Bremsteile vom Typ1, sowie einen 19mm Radbremszylinder. Die Bremstrommeln sind extra geänderte Bustrommeln vom T1 bis Bj.7/63, also der mit der 0,8t Achse. Man kann natürlich seine alten Trommeln ändern lassen, wenn man weiß wie. Ansonsten kann man dies auch im entsprechenden Fachhandel beziehen. Das nächste Problem das nun auftritt ist, die Bremsankerbleche müssen nun seitenverkehrt und auf dem Kopf angebracht werden, da sich die Handbremsseile sonst nicht einbauen lassen (jedenfalls nicht ohne sie total zu verspannen). Wer etwas von der Materie kennt, hat bestimmt bemerkt das die Radbremszylinder auf dem Kopf stehen und sich jetzt nur schwer entlüften lassen. Mit einem Bremsenentlüftungsgerät bekommt man dieses Problem eigentlich ganz gutin den Griff. Als letzte Teil gibt es jetzt nun noch zwei kleineRöhrchen mit, mit denen sich die Längenunterschiede der Handbremsseilführungen (Bowdenzughüllen) ausgleichen lassen. Alles in allem ist dieser Umbausatz sehr aufwendig, wenn man bedenkt das man danach immer noch eine Pendelachse fährt, die nicht gerade durch ihr Fahrverhalten glänzt. Außerdem muss eine unterschiedliche Reifengröße gefahren werden, da der Wagen sonst hinten tiefer ist als vorne, obwohl die Vorderachse schon auf dem letzten Zahn steht. Sofern eine höhenverstellbare Achse eingebaut ist. Zu dieser später mehr. Außredem ist es zu empfehlen, einen verstärkten Radbremszylinder von min 19mm einzubauen, damit man mit der Käferbremse auch genügend Bremsdruck hat. Nachteile sind wie gesagt eine kleine Bremse hinten und bei nicht extremer Tieferlegung einen positiven Sturz an der Hinterachse.




Diese ist die von Michael, dem Verfasser, die persöhnlich favorisierte Variante. Auch hierfür gibt es entsprechende Umbausätze. Wie bei dem Pendelachssatz, erhält man geänderte Drehstabschwerter die ein größeres Einfedern erlauben. Außerdem sind für die Schräglenker entsprechende Aufnahmen beigelegt, welche an Rohrschellen angeschweißt sind.
Dieses hat den Vorteil, dass diese nicht mit dem Achsrohr verschweißt werden müssen. Nichts für ungut, aber in Anbetracht mancher Schutzgasschweißakrobaten ist dies nur ein Vorteil. Zumal diese Methode eine eventuelle Rückrüstung wesentlich erleichtert. Wenn diese Teile mit dem Achsrohr verschraubt sind, lassen sich die Schräglenker nun problemlos einbauen. Als einzige Änderungen sind leichte Bördelarbeiten am Getriebebügel, sowie das Umsetzten der oberen Stoßdämpferaufnahmen zu erwähnen. Mit den Getrieben ist wie in Kapitel 2 zu verfahren nur das eben Schräglenkerschaltboxen zu verwenden sind. Als Antriebswellen nimmt man bei den Umbausätzen der Tuner, längere Wellenstäbe, die dann mit Typ1 Gleichlaufgelenken bestückt werden. Ich verwende bei meinen Sätzen welche vom Typ4 Automatik, welche ca. 15mm länger sind als Käferteile. Mit diesen 15mm fehlen einem noch weitere 12mm damit die Wellen so laufen das sie weder beim Ausfedern so sehr auf Zug kommen das sie aus den Gelenken reißen, noch beim Einfdern auf die Getriebeflansche drücken und damit Schäden am Differenzial veruraschen. (siehe auch Bus-Schräglenker) Doch dafür gibt es eine einfache Abhilfe, man schraubt die Schräglenker nicht beim Käfer von außen an die Drehstabschwerter, sondern einfach von innen. Damit wäre ein gutes Maß gefunden welches in allen Situationen gerechnet wird.






Leider stört beim Einbau nun die Getriebegabel mit dem Bügel. Also müsste dieser rausgetrennt und eine neue Motoraufhängung geschaffen werden. Diese wird wie beim T2 am Motor oder Getriebe und am Rahmen angeschraubt. Leider passt die originale Aufhängung vom T2 nicht ohne Änderung, da die zweite Busgeneration einen breiteren Rahmen hat.
Wenn dieses Problem gelöst ist, lassen sich jetzt die Achsteile montieren. Aber auch hier gibt es wieder etwas zu beachten. Der T2a und der T2b haben unterschiedliche Drehstäbe und Schwerter. Aber auch alle anderen Telie wie Schräglenker und Bremsankerbleche sind unterschiedlich. Kurzum : es ist alles anders, obwohl man es kaum voneinander unerscheiden kann. Auf die T1 Drehstäbe passen nur die Schwerter vom T2a. Jedenfalls wenn man die originalen Federschwerter benutzt. Falls jemand nur Teile eines T2b hat, lassen diese sich mit selber geänderten Achsschwertern vom T1 verbauen. Wer jetzt sagt dann nehme ich eben die Drehstäbe mit rüber hat sich schon wieder geschnitten. T2 Drehstäbe sind zu lang.
Bei den Antriebswellen greifen wir auf T2 Teile zurück. Wer aufgepasst hat, weiß nun das wir ein Problem mit 90mm Flanschen am Getriebe und 100mm am Rad haben. Desweiteren sind alle Wellen ca. 20mm zu lamg, d.h sie schlagen bei gerader Stellung voll auf die Aufnahmen. Abhilfe schafft hier das Gelenk vom Käfer und spezielle Distanzen. Innen werden die Käferteile auf die zum Glück gleiche Verzahnung gesteckt und mit Ausgleichsringen die Breitendifferenz ausgeglichen. Erst Distanzen, dann die Gelenke und die Sicherungsringe.
Um das Längenproblem zu beheben lege man Platten zwischen Achsschenkel und Federstrebe.



Die Stoßdämpferaufnahmen sitzen beim T2 an den Schräglenkern sehr weit hinten, d.h. neue Stoßdämpferlager müssen oben am Längsträger angebaut werden. Ambesten geht dieses an der Stelle wo das Ablaufrohr vom Tankstutzen rauskommt. Hier das Blech Innenradlauf etwas entfernen und dort die Aufnahmen mit ca. 15mm Abstand vom Träger anschweißen oder schrauben.












Nun zu der Vorderachse. Eine Möglichkeit der Tieferlegung ist ganz oben beschrieben. (vergesst sie lieber). Die andere ist wesentlich besser, und zwar gibt es Achsen zu kaufen bei denen die mittlere Haltenuss der Federpakete mit Rasterplatten versehen sind. Die lassen eine Verstellung der Achse im eingebauten Zustand (aber aufgebocktem Fahrzeug) zu. Jene Versteller (Rasterplatten) kann man auch nachträglich in jede Achse einbauen. Allerdings ist dies nur in einer gut ausgerüsteten Werkstatt möglich. Es gibt hier verschiedene Hersteller dieser Rasterplatten.
1. Albatross Adjusters von den Bus Boys aus den USA. Diese werden hier hauptsächlich von CSP vertrieben. Sie sind sehr ausgereift, bauen kaum auf (welches an der oberen Schaltstange bei T1 Achsen von Vorteil ist) und haben ca. 12 Zähne. Aber hier gilt: Qualität hat ihren Preis. Für so einen Satz werden zur Zeit etwa 189€ fällig.
2. Gene Berg, Tafel und Nachbauten dieser. Sie kommen meist aus Deutschland und sind auch sehr wertig gefertigt, haben aber ca. 10 Zähne und bauen etwas stärker auf. Preis zur Zeit 110€ bis 130€. Arne verbaut diese zur Zeit nur noch.







Ein anderer Trend aus den USA beschäftigt sich zwangsläufig auch mit der Tieferlegung von T1 Bussen. Die "narrowed beam" (gekürzte Vorderachse). Das einkürzen der Vorderachse hat in dem Falle nicht nur optische Gründe, sondern auch fahrtechnische. Die Einkürzung von bis zu 5 cm pro Seite ermöglicht es auch an der Vorderachse Rad-Reifenkombinationen zu fahren die sonst nicht möglich wären. Wobei bei einer theortische Einkürzung von 5 cm pro Seite auch Grenzen gesetzt sind. Es würden nur noch recht schmale Felgen und Reifen passen, weil sie ansonsten innen an der Karosse schleifen würden!





















In Planung sind:
1. Porschebremse an der T2 Hinterachse
2. Innenbelüftete Scheibenbremse an der T2 Vorderachse
3. eigene 5/205er Scheibenbremse an der T1/T2 Vorderachse
Fotos: Michael Richter (oldbus) und Arne Steffen (busdoc)
Kontakt: Michael Richter oldbus@gmx.de und Arne Steffen busdoc@web.de
